KROONDALER BASAR

Wenn wir im Lexikon nachschlagen, was ein Basar ist, lesen wir unter anderem: "Warenverkauf für wohltätige Zwecke".
Genau das ist es, was wir alljährlich mit unserm Gemeinschaftsbasar bezwecken: ein Verkauf von gestifteten Gaben, seien es selbst gearbeitete Handarbeiten, Bastelarbeiten, gewachsene Produkte oder zubereitete Esswaren. Erfolg hat man mit solch einem Verkauf, wenn die angebotenen Waren gerne gekauft werden, weil sie etwas Besonderes sind, oder vielleicht billiger angeboten werden als sonst im Handel. Noch mehr Erfolg hat man, wenn die angebotenen Waren so begehrt sind, dass Käufer von außerhalb der Gemeinschaft damit gelockt werden und die Gelder gewissermaßen von Personen außerhalb der Gemeinschaft eingebracht werden.

In unserer Gemeinde sind seit frühester Zeit Basare gehalten worden, nicht nur zugunsten der Kirchengemeinde und Schule, sondern auch für Liebestätigkeiten, Bauprojekte u.a.m. Es hatte sich sehr bald bewiesen, dass die Hausmacherfleisch- und Wurstwaren, die größtenteils nach überlieferten deutschen Rezepten zubereitet wurden, über unsere Gemeinschaftsgrenzen hinaus beliebt und begehrt sind. So ist es dann gekommen, dass es bei unseren Basaren mehr und mehr um die Fleisch- und Wurstwaren ging. Die Käufer kommen von nah und fern und zum größten Teil von außerhalb der Gemeinschaft.

Über die Jahre hin ist die ganze Vorbereitungsarbeit, vor allem das Schlachten selbst und die Verarbeitung bis ins feinste Detail organisiert und durchexerziert worden. Mit gutem Erfolg, sodass in den letzten Jahren jährlich 6 - 7,000 Kg. Schweinefleisch und 2 - 3,000 Kg. Rindfleisch verarbeitet werden konnten. Da die gestifteten Tiere selten diese Mengen Fleisch ergeben, kauft der Ausschuss zusätzlich Tiere oder Fleisch hinzu. Es hat sich auch bewiesen, dass diese Mengen das Maximum sind, das die Gemeinschaft arbeitsmäßig bewältigen kann.

Von vielen, vor allem von dem sogenannten "Schlachtehauptmann" und seinen Helfern im Schlachtekomitee werden große Opfer an Zeit und Einsatzbereitschaft gebracht. Zum Zerlegen und Wursten an den Schlachttagen fahren viele Gemeinschaftsmitglieder viele Kilometer und opfern Schlaf und Arbeitsstunden für die Sache. Mancher hat schon gefragt: "Rechtfertigt der Ertrag den Aufwand, der wochenlang von so vielen Beteiligten eingebracht wird?" Aber immer kam man zu dem Schluss: "Es geht hier nicht um den Reinertrag allein, sondern auch um das Gemeinschaftliche, das gemeinsame Arbeiten für die gleiche Sache!" So kann man wohl sagen, dass unser Basar nicht nur "ein Warenverkauf für wohltätige Zwecke ist”, sondern auch ein "Gemeindebauendes Werk".

Anfangs wurden Basare in Kroondal nicht regelmäßig gehalten. Es hing immer davon ab, ob eine besondere Aufgabe vorlag oder ob Personen vorhanden waren, die bereit waren, zu sammeln und zu organisieren. Leider sind sehr wenig Einzelheiten über Basare in den Anfangsjahren bekannt. Aus alten Notizen und Protokollen der Gemeinde und des Schulvereins stammt Folgendes:

30. Januar 1909 Kirchenvorsteher und Kassenführer Theodor Wenhold Senior legt Rechnung ab über das Jahr 1908. Die finanzielle Lage unserer Kirche erweist sich günstig, da die Gemeinde sich in diesem Jahr einer schuldenfreien Kirche erfreuen kann, hauptsächlich erlangt durch einen Basar gehalten im Juni 1908, zum Besten der Kirche.
Reinertrag £ 224.0.0.
1 November 1922 Deutscher Basar, Kroondal, Rustenburg zur Linderung der Not in Deutschland, nach dem ersten Weltkrieg.
Reinertrag Ober £ 400.0.0.
24. Januar 1923 Generalversammlung des Deutschen Schulvereins: "Missionar Lüßmanns Vorschlag, als Geldquelle einen Basar in's Auge zu fassen wird angenommen und dem Vorstand überlassen."
1925 Basar zu Gunsten der Deutschen Schule
Reinertrag £ 280.0.0.
1930 Basar zu Gunsten der Deutschen Schule
Reinertrag £300.0.0.
19. Juli 1936 Auf der halbjährlichen Gemeindeversammlung erteilt der Vorsitzende des Basarausschusses Herr August Behrens Senior, einen Bericht über den Basar für den Bau der Gemeindehalle und dankt allen Mitarbeitern, besonders den Damen und ganz besonders Frau Johanna Penzhorn für ihren Eifer, um den Basar so erfolgreich zu kriegen.
Reinertrag £ 234.2.2.
1945 - 46 wurden 7 Frühmärkte und Fleisch- und Wurstmärkte in Rustenburg und Kroondal für DAHA (Deutsch-afrikanischer Hilfsausschuß) gehalten.
Reinertrag £ 1,012.14.0.
21. Juni 1947 Schlachtfest in Kroondal für DAHA
Reinertrag £ 379.
26. Juli 1947 Schlachtfest in Kroondal far DAHA
Reinertrag £ 149.
1948 3 Wurst- und Fleischmäkte für DAHA
Reinertrag £ 593.
1949 Fleischwarenverkauf am DAHA-Tag Hennopsrivier
Reinertrag £ 65.
1950 Kroondal-Tisch beim DAHA Basar in Pretoria
Reinertrag £ 70.
1953 Basar zu Gunsten der Schule & des Schtilerheims
Reinertrag £ 627.
1954 Basar zu Gunsten der Schule.
1957 Basar zu Gunsten der Schule & des Schülerheims
Reinertrag £ 1,169.
1958 wurde ein Basar zu Gunsten des Posaunenchors gehalten. Die silbernen "Elaton" lnstrumente, die zum Teil heute noch gebraucht werden, konnten damals mit dem Ertrag von £ 1,400 von der Firma E. Langhammer aus Deutschland importiert werden.
1959 Basar zu Gunsten der Schule & des Schulerheims
1961 Basar zu Gunsten der Schule und besonders für den Pensionsfond Wenhold/Schepmann Reinertrag R 2,327.
1962 Basar zu Gunsten der Schule
Reinertrag R 2,113.
1963 wurde ein grofler Basar zu Gunsten der Gemeinde gehalten, ins besondere far den Kirchbau. Die ganze Gemeinde hat begeistert mitgemacht. Es wurde ein Rekord von 15 Rindern und 20 Schweinen gestiftet.
Reinertrag R 3,373.
1964 Basar zu Gunsten der Schule und des Tennisvereins. Die Einnahme, die dem Tennisverein zufiel, ermöoglichte es ihm, die neuen Tennisplatze beim Schülerheim zu bauen, die jetzt bereits mehr als 40 Jahre lang gute Dienste geleistet und viel Freude bereitet haben.
  Basargeschichte 2 - Basare 1909 bis 1964
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