KROONDALER BASAR

Basare 1909 bis 1964

30. Januar 1909

Kirchenvorsteher und Kassenführer Theodor Wenhold Senior legt Rechnung ab über das Jahr 1908. Die finanzielle Lage unserer Kirche erweist sich günstig, da die Gemeinde sich in diesem Jahr einer schuldenfreien Kirche erfreuen kann, hauptsächlich erlangt durch einen Basar gehalten im Juni 1908, zum Besten der Kirche.
Reinertrag £ 224.0.0.

1 November 1922 Deutscher Basar, Kroondal, Rustenburg zur Linderung der Not in Deutschland, nach dem ersten Weltkrieg.
Reinertrag über £ 400.0.0.
24. Januar 1923 Generalversammlung des Deutschen Schulvereins: "Missionar Lüßmanns Vorschlag, als Geldquelle einen Basar ins Auge zu fassen wird angenommen und dem Vorstand überlassen."
1925 Basar zugunsten der Deutschen Schule
Reinertrag £ 280.0.0.
1930 Basar zugunsten der Deutschen Schule
Reinertrag £300.0.0.
19. Juli 1936 Auf der halbjährlichen Gemeindeversammlung erteilt der Vorsitzende des Basarausschusses Herr August Behrens Senior, einen Bericht über den Basar für den Bau der Gemeindehalle und dankt allen Mitarbeitern, besonders den Damen und ganz besonders Frau Johanna Penzhorn für ihren Eifer, um den Basar so erfolgreich zu kriegen.
Reinertrag £ 234.2.2.
1945 - 46 wurden 7 Frühmärkte und Fleisch- und Wurstmärkte in Rustenburg und Kroondal für DAHA (Deutsch-afrikanischer Hilfsausschuß) gehalten.
Reinertrag £ 1,012.14.0.
21. Juni 1947 Schlachtfest in Kroondal für DAHA
Reinertrag £ 379.
26. Juli 1947 Schlachtfest in Kroondal far DAHA
Reinertrag £ 149.
1948 3 Wurst- und Fleischmärkte für DAHA
Reinertrag £ 593.
1949 Fleischwarenverkauf am DAHA-Tag Hennopsrivier
Reinertrag £ 65.
1950 Kroondal-Tisch beim DAHA Basar in Pretoria
Reinertrag £ 70.
1953 Basar zugunsten der Schule & des Schülerheims
Reinertrag £ 627.
1954 Basar zugunsten der Schule.
1957 Basar zugunsten der Schule & des Schülerheims
Reinertrag £ 1,169.
1958 wurde ein Basar zugunsten des Posaunenchors gehalten. Die silbernen "Elaton"-Instrumente, die zum Teil heute noch gebraucht werden, konnten damals mit dem Ertrag von £ 1,400 von der Firma E. Langhammer aus Deutschland importiert werden.
1959 Basar zugunsten der Schule & des Schülerheims
1961 Basar zugunsten der Schule und besonders für den Pensionsfonds Wenhold/Schepmann Reinertrag R 2,327.
1962 Basar zugunsten der Schule
Reinertrag R 2,113.
1963 wurde ein grofler Basar zugunsten der Gemeinde gehalten, ins besondere für den Kirchbau. Die ganze Gemeinde hat begeistert mitgemacht.
Es wurde ein Rekord von 15 Rindern und 20 Schweinen gestiftet.
Reinertrag R 3,373.
1964 Basar zugunsten der Schule und des Tennisvereins. Die Einnahme, die dem Tennisverein zufiel, ermöglichte es ihm die neuen Tennisplätze beim Schülerheim zu bauen, die jetzt bereits mehr als 40 Jahre lang gute Dienste geleistet und viel Freude bereitet haben.
 

Jetzt war es so weit, dass jedes Jahr ein Basar gehalten wurde und es entstand ein Wetteifern zwischen Gemeinde und Schulverein, fur wen der Basar gehalten werden sollte. Man nahm den weisen BeschluS, einen gemeinschaftlichen Basar zu halten und den Reingewinn in gleichen Teilen der Kirchengemeinde und der Schule zu Gute kommen zu lassen. Seit 1965 bis 2008 haben nun schon 44 solche Gemeinschaftsbasare stattgefunden, fur die mit groBer Begeisterung und groflem Erfolg gemeinsam gearbeitet wird. Die jeweiligen Vorstande der Gemeinde und des Schulvereins mit Ehepartnern bilden jahrlich den Elasarausschull.
Anfangs wurde in verschiedenen Haushalten geschlachtet. Spater versuchte man, konzentriert an 3 oder 4 Stellen zu schlachten, bis schlief3lich ein Versuch gemacht wurde, alle geschlachteten Tiere gemeinsam an einer Stelle zu verarbeiten und bei der Verarbeitung die gleichen Rezepte zu verwenden. Hugo Behrens stellte seine Chilly Lagerraume zur Verfugung, richtete ein Raucherzimmer ein'und dann wurde ab 1967, 15 Jahre lang, dort gemeinsam zerlegt und gewurstet. 1982 wurde auf Anregung von Manfred Wenhold der Basartrakt bei der Halle gebaut. Seitdem werden die geschlachteten Tiere dort gemeinsam zerlegt und verwurstet.
Wir k6nnen nicht Ober das gemeinsame Schlachten schreiben, ohne einige Namen zu nennen. Viele haben mit groller Begeisterung far die Sadie gearbeitet, aber die Hauptverantwortung, das Organisatorische und das aktuelle Schlachten blieb moistens an einigen hangen, besonciers als man noch selber die Tiere toten und die Darme reinigen mullte. Seit 1971 verlangen die zustandigen BehOrden, (fall auch unsere l3asartiere beim Schlachthof geschlachtet werden massen, was das Schlachten viel einfacher macht. Die Verwendung von Kunstdarm macht auch die Arbeit der Frauen leichter. - In den fanfziger und sechziger Jahren lag die Leitung der Vorbereitungsarbeiten fur unsere Basare meistens bei Bernhard Ottermann, Gerhard Behrens und Theo Wenhold II. Tuchtige Amateur-Schlachter, wie Rudolf Ottermann Sen., Georg Wenhold II, Walter Wenhold, Werner Wenhold, Rudolf Wenhold und Pux Wulfes standen ihnen zur Seite. In den siebziger Jahren abemahm allmahlig die jangere Generation die verantwortlichen Amter. Natarlich waren die Alteren welter mit Rat und Tat dabei. Theo Wenhold II hat viele Jahre lang noch das Rauchern der Ware besorgt, sein Sohn Manfred und nach ihm Theo Wenhold III abernahmen seine verantwortungsbewuflte Betreuung der Schlachteware. Ab 1970 war Werner Otternnann 17 Jahre lang der Hauptverantwortliche far's Schlachten, der Schlachtehauptmann,dann wurde er von August Behrens Ill abgelost, danach Otto Wenhold, Rainer Lypke, Rudolf Ottermann II, Niels Muhl, Ekkehard Pape. Viele, hier nicht genannte Gemeinde- und Gemeinschaftsrnitglieder haben in Vorbereitung der Basare nicht nur grofIzagig gestiftet, sondern auch ihren persOnlichen, uneigennatzigen Einsatz gebracht. Besonders die Frauen der Gemeinde leisten Unglaubliches beimVerarbeiten und Verwursten der Fleischmengen. Ohne sie ware ein Kroondaler Basar nicht moglichl
Wenn das Schlachten und Verarbeiten der Fleischmengen auch die Hauptarbeit ist, bildet der Verkauf der Fleischwaren nicht die einzigste Einnahmequelle. Schlieglich kommt alles andere hinzu. Unsere Frauen nahen, handarbeiten und backen,servieren Erfrischungen und Speisen; Gemuse, Obst und Pflanzen werden gestiftet und verkauft, eine Tombola wird durchgefuhrt und vieles mehr. Der Posaunenchor sorgt far Unterhaltungsmusik beim Basar. Man kann also sagen, dail die ganze Gemeinschaft, jung und alt, sich fur unsere Basare einsetzt und, (Jail dieses gemeinschaftliche Zusammenarbeiten, nebst den finanziellen Vorteilen, von unschatzbarem Wert far. die Gemeindschaft ist. Auch unsere Jugend beteiligt sich immer stark beim Schlachten und den Vorbereitungsarbeiten und sorgt far einen gennatlichen Abschlufl am Basartag mit Tanz.
Wenn wir uns die nachfolgende Statistik näher ansehen, stellen wir fest, dall die Einnahmen fast jahrlich gestiegen sind und in den letzten Jahren zahlenmaBig fast das zwanzigfache des Reingewinns der sechziger Jahre betragen. Die Inflation, mit der wir bereits Jahrzehnte tang zu tun haben, dart bei einem Vergleich nicht auller Acht gelassen werden. Eine Einnahme von R 5,000 im Jahr 1968 wird wahrscheinlich, wenn die Inflationsrate far die letzten 40 Jahre in Berechnung gebracht wird, heute einem Wert von etwa R 100,000 entsprechen. Die Ursache dear, daf3 wir heute bei einem erheblich grOfleren Einsatz wertmallig nicht viel besser verdienen, als damals, ist wohl dort zu suchen, dall in letzter Zeit viel weniger Schlachttiere gestiftet worden sind als fraher und Fleisch verhaltnismallig teuer eingekauft werden
Tatsache bleibt, dafl weder die Gemeinde noch die Schule ohne diese Einnahme fertig werden kOnnen. Aber es mull nochmal betont werden: Es geht bei unsern Basaren nicht nur urn das Materielle! Wenn sich far unsere Basare die ganze Gerneinschaft, Jung und alt einsetzt und gemeinschaftlich zusammenarbeitet, dann bauen wir auch gleichzeitig unsere Gemeinde.

  Ein zweiteiliger DVD-Film "Kroondaler Basar Damals 1968 - Kroondaler Basar Heute 2008" ist erhältlich bei Hugo Behrens